Sunday, December 21, 2014

Köln-Buchforst und die Straßenverkehrsordnung


Samstagabend fahre ich nach Köln-Buchforst, wie so häufig. Ja, werden jetzt Ortskundige einwenden, Buchforst sei schließlich der reinste Dschungel: Einbahnstraßen, kaum Platz, rechts vor links und, und, und. Dorthin muss der Fahrschüler hinfahren, wenn der Prüfer ihn durchfallen lassen will. Dorthin müssen die Taxifahraspiranten, bevor sie sich zur Prüfung melden. Dorthin schicken die Paketzustell-Dienste nur ihr erfahrenstes Personal. Eben dort.
Ich parke auf der Waldecker Straße; ja, ich weiß, wo das abends noch möglich ist, ohne angeschleppt zu werden. Ich steige aus dem Auto. Und noch bevor ich die Straße überqueren kann, sehe ich, wie ein Auto rückwärts in die Galilei Straße einbiegt und dann gegen die Einbahnstraße aus ihr herauskommt. Sofort fährt ein anderes Auto vorwärts in die besagte Galilei Straße und kommt rückwärts aus ihr heraus.
Liebe Autofahrer! Die Straßenverkehrsordnung gilt auch nach Einbruch der Dunkelheit. Sie ist ziemlich eindeutig. Und bei Fahrten in Einbahnstraßen ist sie besonders eindeutig. Diese Regeln sind zu unserem Schutz da. Deshalb sollte man eigentlich theoretisch und praktisch, und uneigentlich sowieso die Regeln der Straßenverkehrsordnung einhalten.
Gut, dass wir das klären konnten!


Und, wer es sich jetzt noch in Google Streetview anschauen will - der ältere Herr an genau der Ecke, an der sich alles abspielte, der die Hände auf dem Rücken hält, das ist mein alter Herr.

Saturday, December 20, 2014

Der alte Mann und die Langsamkeit


Vor genau einer Woche erlebte ich Langsamkeit ...
Ich saß im Innern eines Cafés und frühstückte, wie ich es gerne an Samstagen mache, so zwischen den Einkäufen. Dabei schaue ich dann aus dem Fenster und sehe dem Treiben auf der Frankfurter Straße zu. 
Der alte Mann geht langsam unter seinem übergroßen Schirm und zieht einen Einkaufstrolley hinter sich her. Ein junger Mann verzweifelt hinter ihm, denn er kommt einfach nicht an ihm vorbei. Dann bleibt der alte Mann vor dem Café stehen, schaut durch die Scheiben und schaut durch mich durch. Die Leere seines Blickes ist erschreckend. Da dämmert es mir. Seine Langsamkeit kommt nicht von Muskeln oder Gelenken, sondern in ihr spielt sich eine intellektuelle Leere wider, die ich mir kaum vorstellen möchte. Der junge Mann ist in diesem Augenblick an ihm vorbeigekommen, erleichtert, wie mir scheint. 
Dann zieht der alte Mann weiter sein Wägelchen hinter sich her in unendlicher Langsamkeit und entschwindet meinem Blick.

Wednesday, December 17, 2014

Durst und Wurst


Es war einmal ein gelungener Tag ...
Und dann fahre ich abends über die A3 nach Hause und da werde ich - manchmal - unvorsichtig. Ich biege rechts von der Hauptstraße ab, um zu den Geschäften in der Steyler Straße zu gelangen. Und da bin ich unvorsichtig. An der roten Ampel. Da blicke ich nach rechts. Und da lese ich dann auf einem Schild: "Hast Du Hunger oder Durst / komm zu Tolli & iß ne Wurst".
Also damals, vor über 20 Jahren, als ich noch Fleisch gegessen habe, selbst da habe ich keine Wurst gegessen. Aber das nur nebenbei. Und schon gar nicht hätte ich eine Wurst gegessen in der Hoffnung, meinen Durst zu stillen. Auch das nur nebenbei.
Meine Unvorsichtigkeit führt jedesmal dazu, dass ich mich über diese schäbige Reimerei ärgere. Oder ist es vielleicht schon Alzheimer, dass ich jedesmal vergesse, dass ich besser nicht auf das Schild schaue. Was sonst Vorteil ist, ist hier ein Nachteil, nämlich zu lesen, ohne sich bewußt zu sein, dass man liest.
Wahrscheinlich hat Tolli noch einen Freund und das Team Olli & Tolli hat sich gekringelt, nachdem sie Durst auf Wurst gereimt hatten. Könnte mir eigentlich Wurst sein. Ist es aber nicht. Vielleicht habe ich zu viel auf Festen (privat oder betrieblich - das reimt sich hervorragend auf betrüblich) bei Hauptsache-am-Ende-reimt-es-sich gelitten. Olli & Tolli hätten natürlich das & weglassen können, denn weniger ist häufig mehr - haben sie aber nicht.

Und wenn sie nicht am rauchenden Bratfett erstickt sind, dann reimen sie noch heute. 


Tuesday, December 16, 2014

COVA322 and Bispecificity at the ACR Annual Meeting 2014 in Boston


Cova322 is a bispecific TNF/IL-17A inhibitor. Is this a new hype? Or are we going to see a change of view on combining biologics? To my knowledge there is no biologic agent, where a combination with another biologic agent is advocated. Some people combine biologics with denosumab, so the principle isn’t that new, but let’s say it isn’t accepted on a large scale. There had been studies combining anakinra and etanercept or abatacept and a TNF-alpha-inbibitor, so that remicade for instance dicidedly warns to be combined with other biologic agents. On the other hand we have ustekinumab, which is a monoclonal antibody against interleukins 12 and 23.

W. Lemke and colleagues presented the following paper [#1511]: “COVA322: A Clinical Stage Bispecific TNF/IL-17A Inhibitor for the Treatment of Inflammatory Diseases.” “COVA322 was analyzed for its cross-reactivity in a GLP study with human and Cynomolgus tissues.”  In “results” we’re told: “COVA322 showed no unexpected tissue cross-reactivity and no indication for the potential to cause a cytokine release syndrome.” Conclusions: “COVA322 is a unique bispecific TNF/IL-17A inhibitor, which was well tolerated in non-clinical safety studies. The non-clinical data package supports the planned dose range for the currently ongoing first in man, single dose escalation, tolerability, safety, PK and efficacy Phase Ib/IIa study in psoriasis.” It isn‘t a conclusion that COVA322 is a unique bispecific TNF/IL-17A inhibitor, that’s marketing! The only conclusions I see are cell studies, mouse arthritis model studies  and tests in Cynomolgus monkeys hadn’t raised safety concerns.

There is another study by D. Grabulovski and colleagues [#1491]: “Discovery and Characterization of COVA322, a Clinical Stage Bispecific TNF/IL-17A Inhibitor for the Treatment of Inflammatory Diseases.” I recomment to read the whole text as methods and results are really interesting to read.  Conclusion: “COVA322 is a unique bispecific TNF/IL-17A inhibitor with excellent biophysical properties. It is currently being tested in a first in man, single dose escalation, tolerability, safety, PK and efficacy Phase Ib/IIa study in psoriasis.” Too much marketing!


Let’s sum it up. Cova322 is a bispecific TNF/IL-17A inhibitor. It is a promising new agent, which could result in a new drug. It might be working in (at least) psoriasis and psoriatic arthritis. And maybe it will help us to find a safe way to combining biologic agents. Godspeed COVA322!

Link to ACR Abstracts: 

Monday, December 15, 2014

Blog erhielt eine Million Aufrufe / Blog received one million page views

Herzlichen Dank, lieber Leser!

Heute wurde mein Blog zum 1.000.000sten Mal aufgerufen. Als ich mit dem Bloggen anfing hätte ich nicht gedacht, dass ein Sammelsurium aus Rheumatologie, Ratgeber, Meinung, Haiku, Lyrik, Reiseberichten und ... so viele Leser findet. Ein wenig erinnern mich diese krassen Wechsel von Themen an Barney's Emporium auf der Insel Wight (nur noch ein kleines Bild ist übrig: http://s3-eu-west-1.amazonaws.com/isis.rex.images.1a/02/28/62/02286284.thumb.jpg?AWSAccessKeyId=AKIAJ36YAVPUFVGBHTKQ&Signature=BqpKUgrHvasmuHCF5YAY2J84cxA%3D&Expires=1418564837&response-content-disposition=filename%3D663950at.jpg&response-content-type=image%2Fjpeg).
Ich hoffe, dass mein Blog auch weiterhin interessant genug bleibt.

Thank you very much, dear reader! 
Today my Blog has been clicked on for the 1,000,000th time. When I first started blogging , I did not think that a conglomeration of rheumatology, general health topics, opinion , haiku , poetry, travelogue and ... would attract so many readers. This abrupt change of topics reminds me a little of Barney 's Emporium, which had been located in Shanklinon on the Isle of Wight (only a small picture is left: http://s3-eu-west-1.amazonaws.com/isis.rex.images.1a/02/28/62/02286284.thumb.jpg?AWSAccessKeyId=AKIAJ36YAVPUFVGBHTKQ&Signature=BqpKUgrHvasmuHCF5YAY2J84cxA%3D&Expires=1418564837&response-content-disposition=filename%3D663950at.jpg&response-content-type=image%2Fjpeg).
I hope that my blog keeps on interesting you.


Saturday, December 13, 2014

Tylus 02

 

The moist air is heavy
But crickets
Chirp

Empty bird’s nest in moonlight
Summer night
Mourns


Windows gaze into the dark
A widow
Black

More time for woolgathering
With a pink
Slip

Wind tries to blow out the moon
But morning
Does 

Sparse light caressing the clouds
Dark river
Bark

The merle sings her song along
Without key
Bight

The man is walking slowly
With his dog
Old

The crystal wings of angels
Just after-
Glow

Swaying boughs of the elm trees
Passing clouds
Gone

Leaving a fragrance behind
In his wake
Moon

Can't see the talking wild geese
Above me
Night

White water jumping downwards
Over black
Rocks


Moonlight dancing on the waves
Frogs humming
Wind

Plastic bags in a sandstorm
Forgetting
None

Headlights peek into darkness
Sleep will find
You

Ferns bowing deep to the rain
Before the
Rain



You are still stumbling backwards
Look forwards
Fall

Peninsula in moonlight
While camping
Frogs

Waves are creeping up the shore
Lights flicker
Doubt

Rice paddies and bamboo groves
Butterflies 
Wind

The light wind misses a beat
Roaming in
Pines 

Swirling round like a rainman
Clouds vanish
Sun

A yellow moon edging clouds
Dark meadow
Hare

How the moon touches old bones
Not moving
Trees


S.M. Kelvin created the Tilus [Tee-loo-hz], which falls under the category of micropoetry. I've tried the form myself, but would favour a hendecasyllabic form with 7 – 3 – 1 syllables, which avoids the even syllable count. I don't want to restrict this new form on people and nature, there don't has to be a kigo, but it may be used as in haiku.  The poem should end/point at one word. I call this new form of micropoetry Tylus [Tie-loo-hz].

Link to Tylus 01:
http://rheumatologe.blogspot.de/2014/10/tylus-01.html
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Friday, December 12, 2014

FreitagsGedichte / #KurzLyrik 12.12.2014

TotenAngst
    Da ist
Noch die
TotenAngst
Ist es
Nun
Die Angst der
Toten
Oder mehr
    Die Angst
Vor Toten?

Durst
    es ist
Nicht der
Durst
Der den
Menschen
Ins Verderben
Treibt
    Sondern
Die Gier

Zittern
    es zittern
Die ZirrusWolken
Es zittern
Die letzten
Blätter am Baum
Es zittern
Alle vor dir
Frost
Und auch
    Vor dir
WinterWind

Wolken
    so unschuldig
Sind die
Weißen
Wolken nicht
Denn jede
    HinterLäßt
Einen Schatten

TischTuch
    das Tisch-
Tuch fällt
Über die
Kante
Kein Besuch
Heute
    Auf dem
TafelBerg

Jacaranda
    hat seine
Violetten Blüten
AbGeworfen
Nun liegen sie
Auf der
Straße
    Auch das
Ist schön

Meeting
    nur Laufen
Von einem
Meeting
Zum nächsten
Nur damit
Etwas
    Ge-
Sprochen wurde

FallSchirm
    und wenn
Er sich
Nicht
Öffnet
Und auch
Nicht der
ErsatzFallSchirm
Im Freien



Fall

Kandelaber
    vom
Kandelaber
Tropft
Wachs
Wie Worte
Aus einem
    Labernden
Mund

Ringe
    wer hat
Die Ringe
Geworfen
Auf dem
JahrMarkt
Und
Die Gestirne
Getroffen
Nun liegen
    Die Ringe
Um den Saturn

Schwindel
    dann
Fühlst du
Den Schwindel
Wenn
Er dich
Packt
Und um
Dich herum
Liegt Schweigen
    In der
Schwärze

Lied
    dies Lied
Geht nicht
Mehr
Aus dem Kopf
Nicht Töne
Nicht Verse
    Sondern
Der Kristall

Spieglein
    Spieglein
Spieglein
An der
Wand
Wenn du
Nichts sagst
Musst
Bald Du
ZerBrechen

Schweigen
    das All
Kennt es
Noch
An wenigen
Stellen
Der Mensch
Kennt
Es nicht
Denn
    Wenig wird
Hier geSchwiegen

Duzen
    Du darfst
Dich
Mit allen
Duzen
Auch
Mit dem
Tod
Aber sage
    Sie zu
Dir selbst

Gefallen
    wenn wir
Nicht mehr
Gefallen
In dieser
Welt
Sind wir
    Schnell
Gefallen

Rechnungen
    Rechnungen
Werden
Präsentiert
Und scheinen
    Nie auf-
ZuGehen


Weitere #KurzLyrik:
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